Diese Bedingungen sind gültig für Herstellung und Lieferungen von Glashäfen, Ringe, Rührer und Zubehör hergestellt aus feuerfester Keramik. Die Produkte hergestellte gemäss diese Bedingungen benutzt man in Glasindustrie, und zwar für Schmelzen, Verarbeitung und Homogenisierung von Glas.

I. TERMINOLOGIE

1. Glashafen – ist ein feuerfestes Gefäß, zylindrisch oder oval, für Schmelzen des Glassatzes mit Glasscherben in Ofen. Die Glashäfen sortiert man gemäss chemische Komposition oder Herstellungsart oder Form (siehe Anlage).
a) Ring – es ist ein Ring gemacht aus feuerfester Keramik, welches schwimmt auf der Oberfläche des Schmelzes, und sichert damit dass keine Inhomogenität kann in die Entnahmestelle eindringen.
b) Schraubenrührer – es ist ein Formstück gemacht aus feuerfester Keramik; durch die Rotation durchmischt er der Schmelz.
c) Zubehör – das sind andere Produkte aus feuerfester Keramik gemacht; man benutzt sie sind für den Betrieb von Glasschmelzofen (z.B. Deckel, Deckplatten, Abschirmungen usw.).

2. Interne/externe “Sorten” – das ist der Platz, wo die Wand des Hafens ins Boden übergeht (Niveau “S” – siehe Zeichnung).
3. Retusche – das ist das Oberflächenfinish (innere Oberfläche des Hafens) vorgenommene früher als die Oberfläche erstarren hat.
4. Riss – das ist oberflächliche Beschädigung der Wand oder des Bodens (verursacht z.B. durch einen Aufprall, oder durch hektische Temperaturwechsel während Trocknung, oder durch ungleichartige Temperaturerhöhung während Temperierung, oder durch Temperaturwechsel in Glasofen.
5. Spalte – das ist tiefere Beschädigung der Wand des Hafens (verläuft aus der Oberfläche bis in die Mitte von Wand, und in Extremfall kann durch die ganze Wanddicke durchlaufen); es kann verursacht sein z.B. durch mechanische Belastung (Aufprall), oder durch hektische Temperaturwechsel, oder durch schlagartige Temperaturerhöhung während Trocknung, Temperierung, oder Anwendung.

6. Trocknung – das meint das der Hafen wird befreit von Feuchtigkeit.
a) Großraumtrocknung – eine kontrollierte Trocknung der Häfen in Großräumen (Temperatur etwa 20°C, sechs Monate).
b) Nachtrocknung in Kammerofen – kontrollierte Nachtrocknung der Häfen, wobei nach sieben Tage wird die Temperatur 50°C erreicht, und zwar nach voriger Großraumtrocknung (drei Monate).

7. Temperierung – das ist eine kontrollierte Erwärmung von Häfen, gemäss Anlagen Nr. 2 und 3.
8. Transfer – das ist Transport von Häfen aus Temperierungs- ins Schmelzofen.
9. Nachtemperierung der Hafen – das meint kontrollierte Ausbrennen in Schmelzofen, so dass eine optimale Härtung gemäss beiliegendes Diagramm sowie die Charakteristik gemäss Anlage Nr.3 erreicht wird.
10. Weiter Termine s. ČSN 70 000.

II. ALLEGEMEIN

11. Charakteristik des Produkts – gilt nur für getrocknete und fragile Produkte. Solche Produkte sind sehr stoßempfindlich, und zwar gegen mechanische Stossen aller Art. Gut getrocknete Häfen sind hygroskopisch.

a) Die Häfen kann man klassifizieren wie folgt:

1. gemäss chemische Zusammensetzung:
– sauer, Inhalt von Al2O3 bis 29%
– alkalisch, Inhalt von Al2O3 von 32% bis 40%

2. gemäss Herstellungsart:
– handgemacht
– gegossene Keramik
– gepresst/gezogen

3. gemäss Form:
– offene (kreisförmig, oval)
– geschlossene.

b) Andere Produkte (Zubehör) kann man klassifizieren wie folgt:

1. gemäss chemische Zusammensetzung:
– wie im Absatz 11. a) 1.

2. gemäss Herstellungsart:
– wie im Absatz 11. a) 2.

3. Ringe, gemäss Profil:
a) klassisch/rechtwinklig,
b) keilförmig.
c) Es ist also möglich, in Abstimmung zwischen Klient und Hersteller, auch andere spezielle Produkttypen zu herstellen und zu liefern.
Es ist möglich, in Abstimmung zwischen Klient und Hersteller, die Ringe, Schraubenrührer und Zubehör gebrannt beim Temperatur bis 1150°C zu liefern.

12. Technische Formalitäten des Auftrags
Im Auftrag müssen folgende Angaben enthalten sein:
a) Typ (Name) und Format des Produkts
b) Materialbezeichnung
c) weitere spezielle Angaben und Forderungen gemäss spezielle Vereinbarung (z.B. abweichende Formate, modifizierte Form, Verpackungs- und Transportart, usw.).

III. TECHNISCHE FORDERUNGEN

13. Qualität – die Häfen (oder andere Produkte gemäss Absatz 11 und 12) müssen den Eigenschaften gemäss Anlage Nr. 1 genügen.

14. Solche Produkte, die im direkten Kontakt mit Glasschmelz sind, dürfen keineswegs folgende Defekte aufweisen:
a) unvollkommene Oberflächenbehandlung (innere Oberfläche) – hervorstehende Magerstoffteilchen (die einzige Ausnahme ist die Kante des Hafens nach Beschnitten der Hafen, um ein kleineres Format zu erhalten, und nur im Falle dass der Kunde verlangt solche Modifikation.
b) Abbrüche der Kante des Hafens,
c) Risse und Spalten,
d) heterogene Einschlüsse (weder organisch noch anorganische).

15. Der Hauptindikator der Wärmebehandlung von Häfen ist die Sinterungsgrad des Bodens. Die Absorptionsfähigkeit des Bodens darf nicht 10% übersteigen, und zwar für die aus 1/3 des Bodens im Kontakt mit Glasschmelz abgenommene Proben.

16. Folgendes ist kein Defekt:
a) Rauhigkeit der Oberfläche, entstandene nach Glättung,
b) unvollkommene Oberflächenbehandlung (äußere).

17. Der Hafen (obere Kante) muss mit folgenden Angaben ausgestattet:

a) Name des Herstellers,
b) Format,
c) Materialart, und Stempel von TK (technische Kontrolle),
d) Registriernummer,
e Herstellungsdatum,
f) Name der Personen, welche den Hafen hergestellt/retuschiert haben.

18. Der Hersteller ist verpflichtet, für einzelnen Hafen ein Registrierblatt auszustellen und ordnungsgemäß auszufüllen, und diese Registrierblatt dem Kunde übergeben. Das Registrierblatt wird für eine komplette Auswertung der Qualität des Hafens benutzt, und wird auch als Dokument für eventuelle Reklamation benutzt. Der Kunde ist verpflichtet, das o.g. Registrierblatt ordnungsgemäß zu komplettieren (Auswertung der Qualität sowie Lebensdauer des Hafens und erreichte Qualität des Glases), und dem Hersteller zurückzusenden.

IV. VERPACKUNG UND AUSLIEFERUNG

19. Der Verpackungsart wird zwischen Hersteller und Kunde vereinbart, und zwar mittels des Kaufvertrages.
20. Die niedrigste Temperatur während Verladung und Transport ist -4°C.

21. Die Auslieferung von Häfen ist möglich erst nach Ablauf folgende Frist, wobei dieser Frist beginnt am Herstellungsdatum:
a) die Häfen getrocknete mit Methode “Großraumtrocknung” nach 6 Monate, und
b) die in Kammerofen nachgetrocknete Häfen nach 3 Monate von “Großraumtrocknung” und nach 1 Woche von Nachtrocknung in Kammerofen.

22. Unmittelbar vor Laden der Produkte auf einen LKW überprüft der Hersteller, ob die Produkte keine Risse oder Spalten aufweisen (diese Prüfung erfolgt so, dass die innere und äußere Oberfläche wird mit Hilde eines Pinsels mit Petroleum befeuchtet; eventuelle Risse oder Spalten haben dann beträchtlich dunklere Verfärbung).

V. TRANSPORT

23. Der Transport der Häfen erfolgt mittels LKW mit bedeckter Ladefläche.
24. Der LKW wird mit Versanddokument ausgestattet. Dieses Versanddokument wird alle unerlässliche Informationen bezüglich Bedingungen für sicheren Transport der Produkte beinhalten; es dient ebenfalls als Dokument für die Übernahme des Produkts; der LKW-Fahrer ist verpflichtet, dieses Dokument dem Kunde vorzubringen.
25. Der Kunde wird die Übernahme unmittelbar nach Ankunft des LKWs ausführen. Er wird eine visuelle Kontrolle der Produkte ausführen (Verschiebung, Abschlagen, Zerkratzung, Sprünge, Brüche, usw.). Gleichzeitig führt man der Petroleum-Test durch (siehe Artikel 22).
26. Die Ergebnisse der Übernahme werden im Versanddokument notiert.
27. Die Versanddokumente mit eingetragenen Ergebnisse der Übernahme werden nachfolgend durch den LKW-Fahrer dem Hersteller zum Zwecke der Weiterverarbeitung zurückgegeben.

VI. REKLAMATIONEN

28. Im Falle einer Reklamation werden die Anordnungen von “Obchodní zákoník” (Handelsgesetzbuch) benutzt.

VII. PRÜFUNGEN UND MESSUNGEN

29. Bezüglich physikalische und chemische Eigenschaften, für Materialien der Häfen, folgende Eigenschaften werden getestet:

(ČSN meint Tschechische Staatsnorm)

– Feuerbeständigkeit, gemäss ČSN 72 6022
– Beständigkeit gegen Deformation im Glühhitze unter Last, gemäss ČSN 72 6015
– Absorptionsfähigkeit und Raumdichte nach vorigen Ausbrennung (Temperatur 1480°C, 2 Stunden), gemäss ČSN 72 5010
– Längenänderung verursacht durch Ausbrennung, gemäss ČSN 72 1073, nach vorigen Ausbrennung (Temperatur 1480°C, 2 Stunden)
– Inhalt von Al2O3, Fe2O3, TiO2 – dies wird mittels Röntgen-fluoreszenz Methode, mit Hilfe von PHILIPS Spektrometer festgestellt
– Feuchtigkeit, gemäss ČSN 72 1080.

30. Für die Kontrolle von Form und Dimensionen werden übliche Messwerkzeuge benutzt. Für die Feststellung von Gewicht benutzt man die Waage mit Genauigkeit von ± 2 Kilogramm.

IX. LAGERUNGS- UND ANWENDUNGSINTRUKTIONEN

29. Um eine maximale Lebensdauer der Häfen zu gewährleisten und im Hinblick an spezifische Eigenschaften der Produkte teilt der Hersteller folgende Instruktionen mit:
a) Die Häfen und andere Produkte sind im trocken zu lagern. Minimale Lagerungstemperatur 20°C, maximale Luftfeuchtigkeit 40%. Getrocknete Produkte sind mit maximaler Vorsicht zu behandeln!
Die beste Lagerungsmethode für Häfen ist sogenannte “Stapelung” mit Hilfe von Regale (mehrere Häfen aufeinender). Während Manipulierung mit eine “roh” Hafen ist nötig alle Schläge zu vermeiden! Beim Nichteinhaltung von o.g. elementare Regeln werden beim Temperierung die Spalten des Hafens entstehen.

b) Vor Temperierung der Häfen ist es nötig der Petroleum-Test nochmals durchzuführen (s. Artikel 22), um alle fehlerhafte Häfen aussortieren zu können. Die Temperierung oder Nachtemperierung des Hafens darf man nicht mit beladenen Glasscherben durchzuführen, andernfalls wird die mit Glasscherben bedeckte und nicht ausgebrannte Boden sehr stark korrodiert!

c) Die Temperierung oder Nachtemperierung muss erfolgt gemäss Wärmebehandlungsgraph (siehe Anlage Nr. 1). Der Verläufe von Temperierungs- sowie Nachtemperierungskurve müssen im vollem Umfang steigend sein.
Der horizontale Temperaturgradient (zwischen maximal miteinander entfernte Punkte des Durchmessers des Hafens) sowie der vertikale Temperaturgradient (zwischen Boden und Oberkante des Hafens) darf 50°C nicht überschreiten. Die Ofentür sind mittels brandfest Materials zu dichten, bis die Temperatur erreicht 250°C. Die Temperaturregistrierung in Temperierungs- und Schmelzofen, mit welche der Wärmebehandlungsgraph betrachtet ist, bildet das nötige Dokument für eventuelle Reklamation.

d) Während des Transfers der Häfen ist es nötig, das die Temperatur in Schmelzofen und die Temperatur des Hafens miteinander angepasst sind. Die maximale erlaubte Temperaturdifferenz ist 100°C. Während des Transfers ist kein Luftzug zulässig.

e) Sollte eine Nachtemperierung der Häfen in einen Schmelzofen erfolgen, ist es nötig, dass hier merkbar Überdruck existiert. Ebenso ist es nötig, mit Hilfe von zusätzlichem Thermoelement (welche wird zwischen Häfen und etwa 100 mm oberhalb Boden des Ofens angebracht) den Prozess des Nachtemperierung zu messen.

f) Vor dem Transfer der Häfen muss man versichert, dass der Boden des Ofens eben ist. Maximale Durchbiegung des Bodens (des Hafens) ist 30 mm (über Durchmesser des Bodens senkrecht zur maximale Durchbiegung gemessen).

ADDENDUM

Související normy:

ČSN 70 0000 Základní sklářské názvosloví (Elementare Terminologie)
ČSN 72 1073 Stanovení délkových změn keramických surovin sušením a pálením (Festlegung der Längenänderung für keramische Rohstoffe aufgrund Trocknung und Ausbrennung)
ČSN 72 1080 Stanovení vlhkosti a hygroskopičnosti keramických surovin (Festlegung der Feuchtigkeit und hygroskopische für keramische Rohstoffe)
ČSN 72 6010 Stanovení nasákavosti, zdánlivé pórovitosti, skutečné pórovitosti, objemové hmotnosti a zdánlivé hustoty vypálených keramických hmot a výrobků (Festlegung der Absorptionsfähigkeit, scheinbare Porosität, wahre Porosität, Raumdichte und scheinbare Dichte für ausgebrannte keramische Materialien und Produkte)
ČSN 72 6015 Stanovení odolnosti proti deformaci v žáru při zatížení šamotových, dinasových a tuhových výrobků (Festlegung der Beständigkeit gegen Deformation im Glühhitze unter Last für Produkte aus Schamott, Dinas und Graphit)
ČSN 72 6022 Stanovení žáruvzdornosti keramických surovin a výrobků (Festlegung der Feuerbeständigkeit für keramische Materialien und Produkte)